Restaurationsbericht 1965er Thunderbird Teil 3

Aber nun Schreiten wir zur Tat!

Am 22.09.2006 nahmen Gerd und ich uns den Motor und das Getriebe vor. Alle möglichen Vorbereitungen waren getroffen, Motorkran und Motorständer waren vorhanden und Thilo (unser zweiter Vorstand) gab mir den Tipp, anstatt Ketten starke Haltebänder zu verwenden. Be-sonders bei beengten Platzverhältnissen in der Höhe sollen Bänder immer besser sein. Also gings erst noch schnell zum Fachhändler um Spannbänder mit 6 Tonnen Haltekraft zu kaufen. Die sind extrem stark aber dennoch schmal und dadurch flexibel. Solche Spanngurte legen sich sehr gut an alle Konturen an Motor und Getriebe an und können über die Ratschen auch während dem Ausbau des Antriebsstrangs in der Höhe variieren. Zu dem habe ich einen verstellbaren Kettengalgen, der am Motorkran eingehängt ist.

Gerd und ich lösten die Schaltge-stänge und Ölleitungen am Fahrzeugunterboden. Dann mussten wir zwei Querstreben unter dem Motor und Getriebe abschrauben. Jetzt noch die Zugstreben zwischen Vorderachse und Karosserie ausbauen und schon ist der Antriebsstrang bereit für einen Freiflug. Hört sich doch einfach an, oder?

1965 Thunderbird

So schnell wie das sich anhört war es nicht.

Erstens mussten wir immer wieder den Wagen mit den Wagenhebern anheben, für die nächsten Arbeiten wieder ablassen, dann wieder anheben und so weiter. Dann wurde mir aber auch bewusst, dass ich kurz vor dem Beginn der Restauration noch den Unterboden hätte abdampfen können. Gerd und ich sahen nach kurzer Zeit aus wie frisch durch die Kloake gezogen. Nur der Geruch war wesentlich angenehmer. Aber was soll`s, wir sind schließlich echte Schrauber! Als meine Waltraud uns mit einem türkischen Fastfood-Dinner überrascht hat, wurde natürlich Zeit gespart. Das heißt, Hände mit einem einigermaßen sauberen Lappen abwischen, das Dönerpapier etwas zurückschieben und weg damit!

1965 ThunderbirdZurück zum Schrauben. Letztlich waren die Motorhalter losgeschraubt und die Getriebetraverse gelöst. Die Spanngurte hatten wir vorne um die untere (massive) Riemenscheibe und hinten direkt vor der Getriebeglocke geschlungen. Im Galgen des Motorkran eingehängt und dann gings los. Abwechselnd haben wir immer mehr den Antriebsstrang angehoben, wieder verrückt und angehoben. Nach anfänglichem ebenen Anheben haben wir den Antriebsstrang immer weiter hinten abgesenkt und vorne schräg nach
oben angehoben. Das ging gut bis der Motor bereits über dem Vorderwagen war. Das Getriebe hing aber immer noch weit im Motorraum. Jetzt fiel uns auf, dass wir mit dem Motorkran bereits fast an der Decke angedockt sind. Ich dachte immer, dass die verbauten Stoßdämpfer Schrott sind. Nun musste ich feststellen, dass die mehrere hundert Kilo Motor und Getriebe den Wagen sehr tief nach unten gedrückt hat. Die Entlastung hob den Vorderwagen an, Meine nahezu 100 Kilo haben die Stoßdämpfer aber kaum interessiert. Also musste wieder ein Trick ran. Erstens die Ratschen an den Haltebändern anziehen soweit möglich, dann hob ich am Getriebehals die Motor- Getriebekombination an und Gerd zog

390er Ford V8den Koloss nach vorne weg. Am Abend des 22.09.2006 war das Getriebe an seinem zukünftigen Lagerplatz verstaut und der Motorständer mit dem V8 bestückt.

Geschafft! Das war Schwerstarbeit.

Hierfür noch mals ein herzliches Dankeschön an Gerd.

Die restlichen Arbeiten sind sicher nicht mehr so schwergewichtig.

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