1976 Chevrolet Corvette

Ha - Ha - 36 - Ha

1976 Chevrolet Corvette

Von einem, der auszog, das H-Kennzeichen zu erwerben.

Mein Baby ist 30 geworden, was liegt näher als das auch allen mit der H-Nummer kundzutun.

Akt 1: TÜV

Das ist schnell erzählt, da ging alles glatt! Uwe hat mir einen TÜV-Ingenieur empfohlen, der wöchentlich donnerstags in seine Werkstatt kommt. Also angemeldet, Termin 12 Uhr mittags - High noon. Beim Einfahren auf den Hof Blinker gesetzt. Blink-blink-blink im Stakkato – Birne kaputt. Uwe gibt mir Birne und Schraubendreher, alles tut. Nur der TÜV-Mann lässt sich Zeit. 12.30 Uhr kommt er. Bremsenprüfstand: perfekt vorne 268 und 252, hinten 292 und 266, (Werte in daN), Feststellbremse, na ja, 152 und 154. Auto auf die Hebebühne,

1976 Chevrolet Corvette

kurz drunter durchgelaufen, alles O.K. nur der Lenkhebel läuft nahe am Reifen - g´hört so. Auto runter, Haube auf, alles glänzt und blitzt. Ist alles original? Jaaa. Motornummer, wo steht die? Uwe bringt eine Taschenlampe zum suchen, Batterie leer, macht nix, der Motor ist der, der drin war – alles original! Nach ca. 10 Minuten ist alles vorbei. Ergebnis Begutachtung nach § 21 c StVZO Oldtimer: ohne festgestellte Mängel. Bewertungsstufe 2, guter Zustand, geringe Gebrauchtspuren.

1976 Chevrolet Corvette

Macht: 91,06 Euro.

Was ist mit ASU? Die Kollegen von Uwe forschen in ihren Computern, Fehlanzeige, haben wir nix, können wir nicht machen.
   
Akt 2: ASU

Rumtelefoniert. Autoforum... nach 1 Stunde der Rückruf, wir haben keine Daten mehr, gehen Sie zu TÜV oder DEKRA. Also auf zu DEKRA. Der Ingenieur sucht im Computer, findet nichts, will aber helfen, schlägt vor, die erlaubten Höchstwerte für einen V8-Motor ohne Kat einzugeben und so die ASU zu bewerkstelligen. Also Dateneingabe, Sonde ins Rohr und .... die roten Balken gehen auf Vollausschlag. Fazit. Mit über 6,irgendwas CO ist das auf „legalem Weg“ nicht zu machen (O-Ton Ingenieur). Also nachgedacht... 1976 Chevrolet CorvetteKÜS, da war ich öfters, der Ing. Köster ist mit meinem Freund Poddy befreundet, der hat ihm schon viel geholfen, vielleicht macht der was. Pfeiffendeckel, der ist nur nachmittags da. Weiter, da ist doch an der Ausfahrt zur Schnellstraße nach TÜ die Werkstatt D & G, vielleicht macht der was. Ich stosse auf einen Schwätzer, der sagt mir wenn er was macht, dann richtig, mit Termin Montag frühestens, dann soll ich den Motor anmachen und er wärmt sich beide Hände am Auspuffrauch und sagt dann, die rechte Bank ist noch kalt, da muss ich noch warmfahren (wofür, wenn der Termin erst in 3 Tagen ist). Unterwegs in der Stadt bekomme ich den Tipp, in Pfullingen, da wo sich die Straße teilt, ist einer, der macht´s. Dort bin ich dann, der hat aber seit Jahren keinen Meister mehr, der schafft jetzt in Unterhausen, also wieder Fehlanzeige. Wieder zuhause, rufe ich beim ACE Dettingen an, der Meister von der Annahme sagt: „das kriegen wir hin“.

Termin Dienstag, 10 Uhr. Nur so zum Test fahre ich nachmittags zu KÜS, dort sagt mir der gleiche Mann, der mich vormittags fortgeschickt hat, dass sein Chef sich mit Corvetten nicht auskennt und deshalb auch keine ASU machen kann, vorher sagte er noch, dass der Chef nicht nur misst, sondern auch einstellt. Also Fortsetzung Dienstag. 10 Uhr ACE. Annahme nimmt Daten auf, findet mich auch nach 10 Minuten, denn ich war mit eben diesem Auto vor 12 Jahren schon mal da. Wer macht´s? „Es gibt nur einen, der das kann, , es dauert ca. 30 Minuten, ich kann auch zusehen“, war die Antwort. Gesagt, getan, ich gebe die Schlüssel einem jungen Mann. Auto in Box, Motor läuft ruhig. „Der ist so alt wie ich“ sagt der Monteur – na dann Prost, ein erfahrener Haudegen ist wohl älter denke ich für mich. Er gibt ein: Hersteller Chevrolet, Modell Corvette, Kat nein. Der Computer schlägt eine 87er (C4) vor und ist nicht zu bewegen, das Baujahr abzugleichen. Der junge Mann ist ratlos und verschwindet. 5 Minuten später ist er schlauer geworden und beginnt die Dateneingabe erneut auf einem anderen Display. Jetzt kann er Baujahr, 1976 Chevrolet CorvetteSchlüsselnummern, km-Stand, Fahrgestell-Nummer eingeben. Er fummelt mit 2 Kabeln im Motor rum – Drehzahl suchen – ein Kollege kommt und hilft ihm. Also Sonde rein ins Rohr und das bekannte Bild – alle Balken rot bis oben. Er versucht das andere Rohr mit dem gleichen Ergebnis. Ich zeige dem jungen Mann, dass da zwei Schrauben sind - es ist der erste Edelbrock-Vergaser seines Lebens – und er fängt an zu schrauben, erst zaghaft, dann mit sichtbarem Ergebnis: CO 0,750. I. O. Zeit: 10.45 Uhr. Ich werde zur Kasse gebeten. Premiere bei ACE, ich bin der erste Kunde an dem neuen Computersystem an der Kasse. Mit rotem Kopf reicht mir die Tante um 11.15 Uhr die Rechnung.

24,59 EUR

   
Akt 3: Landratsamt

Da fahr ich schnell noch hin, vielleicht klappt´s auf Anhieb?!? Sense, die freundliche Dame findet, dass ich einen Versicherungsnachweis brauche, mein bestehender Oltimer-Vertrag mit der Württembergischen, wo eigentlich alles drin steht, reicht nicht (da wurde ich von Uwes TÜV-Mann falsch unterrichtet). Also heim, Württembergische angerufen. 11.50 Uhr, in Stuttgart nennen sie mir meine RT-Vertretung, gleich um die Ecke in Rommelsbach. Und der Herr ist auch noch nicht im Mittag und ich kann gleich kommen und bekomme meine Versicherungsdoppelkarte.13.30 Uhr, ich marschiere erneut im Landratsamt-Schalterraum ein und gerate an eine nette Fräulein M. „Haben Sie...“ ja, ich habe alles, der H-Nummer steht nichts mehr im Wege ... wirklich nichts? Ich erwähne so beiläufig, dass ich ein kleineres Schild brauche und dass ich das vom Regierungspräsidium Tübingen vor 15 Jahren extra habe bestätigen lassen und der TÜV hat es auch in seinen Bericht geschrieben. Das Fräulein M. gerät etwas ins Schwitzen, sie hat keine kurze Nummer zu vergeben. Sie nimmt Rücksprache mit Kolleginnen, telefoniert, telefoniert noch einmal, sagt zu mir ich solle ruhig sein, sie macht das schon. Dann kommt sie hinter dem Tresen hervor und mit mir zum Auto. Sie hat ein abgenagtes Lineal dabei und misst. Ja, da brauche ich tatsächlich ein Moppedschild hinten. Und was ist mit vorne? Ich rolle das Auto zurück, damit sie bequem vor dem Auto kauern kann und sie hat ein Einsehen... Wenn das Regierungspräsidium auch von vorne spricht im Formular, dann klappt´s auch vorn. Das Regierungspräsidium sagt nix von vorne und nix von hinten, nur „die Höchstmaße für das amtliche Kennzeichen

betragen max. 320 x 160 mm“. Gut also, dann vorne und hinten. Was ich denn für Buchstaben- und Zahlenwünsche habe? HH wären meine Initialen, 76 wäre die Wunschzahl, wir einigen uns auf RT - HH 36 H. 36 ist immerhin die Schuhgröße von Dorina.

 

Akt 4: Schilder

Schon immer wollte ich mal anstatt gleich gegenüber zu Reiff zu dem Schildermacher weiter oben gehen. Eine Dame räkelte sich in der Sonne, ich war der einzige Kunde. Den Merkzettel heftete die Dame mittels Magnet neben die Maschine und stellte die Buchstaben und Zahlen zusammen. „Oh jeh, drei „H“ haben wir nicht, da muss ich das „H“ nachträglich prägen. Wenn es nix wird, mach ich´s noch mal oder Sie gehen zu Reiff“. Der erste Versuch klappte, ein bisschen hängt das hintere „H“, nobody is perfect. Also gleich noch mal... „Kann man das RT nicht in die Mitte machen und eine Plakette links und eine Plakette rechts, sieht doch schöner aus?“ „Nein, geht nicht bei Moppedkennzeichen, nur bei Auto, das wurde schon vom Landratsamt verweigert, das mach ich nicht!“ Also. „Können Sie mir solche Teller dranmachen, damit ich nicht so geklebte Plaketten bekomme?“ „Ja, macht 1 Euro pro Schild, ich möchte das für Sie aber besser nicht machen, Sie sind so genau“. „Bitte, bitte, ich sag auch nichts mehr“. Also, geht doch.

36,00 Euro

   
Akt 5: Rote Nummer abgeben, alles abstempeln und Schluss
Wieder beim Landratsamt bekomme ich von Fräulein M. eine Zahlkarte und werde an der Kasse los: 56,00 Euro

Beim Ausgabeschalter fragt mich der Herr im weißen Kittel, ob ich die rote Nummer behalten möchte oder nicht, wie ich ja wüsste, ist sie sowieso „nichts mehr wert“, da weitere Oldtimer, die ich mir anschaffen möchte, auch 30 Jahre alt sein müssen seit neuestem.

Ich bin, obwohl DEUVET-Mitglied, nicht ganz sicher ob das stimmt was er sagt, aber was soll´s, außer meinem Baby möchte ich keine anderen Götter neben ihm haben... Also bekomme ich eine weitere Zahlkarte für das Abmelden der 07er Nummern und zahle 5,90 Euro

Die Schilder habe ich dann abgeschraubt und der Herr hat sie entwertet. Die kommen zur Sammlung. Ebenso das vorbildlich geführte Fahrtenbuch, der alte Brief und der ganze Schreibkram.

Ja, jetzt habe ich einen Oldtimer und gut lachen:

Ha Ha 36 Ha

1976 Chevrolet Corvette

1976 Chevrolet Corvette

H e l m u t

   

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